|
|
Zum Tod von Bundestrainerin Krystyna Georgiew
Als Krystyna Georgiew einmal in einem Fragebogen über Beruf und Hobbys Auskunft geben sollte, schrieb sie beide Male dieselbe Antwort aufs Papier: "Rhythmische Sportgymnastik". Ihren größten Traum, mit ihrer Musterschülerin Magdalena Brzeska zu den Olympischen Spielen nach Atlanta zu fahren, konnte sich die Bundestrainerin des Schmidener Stützpunkts allerdings nicht erfüllen. Seit Jahren litt sie an einer schweren Krankheit, die sie oft ans Bett fesselte, langwierige Therapien notwendig und ihr zuletzt das Arbeiten unmöglich machte. In der Nacht zum 30. September 1996 starb Krystyna Georgiew im Alter von 48 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung. Als sie 1988 von Polen nach Deutschland nach Schmiden kam, hatte Krystyna Georgiew bereits eine Karriere hinter sich, die für andere gereicht hätte, um sich zur Ruhe zu setzen. In ihrer Heimat erturnte sich die Gymnastin den Titel "Meisterin des Sports", gehörte jahrelang zum polnischen Nationalkader. Nach dem Studium zur Diplomsportlehrerin und Diplomtrainerin sorgte sie für eine Nachfolgerin, die ihre eigenen Erfolge noch übertraf: In einem Jahrzehnt baute die Engagierte ein Gymnastik-Leistungszentrum in Krakau und Teresa Folga zur fünffachen Polnischen Meisterin auf. Mit dem siebten Platz bei den Olympischen Spielen 1988 beendete ihr Schützling die sportliche Karriere. Danach folgte Krystyna Georgiew dem Ruf von Kollegin Jadwiga Salamon, die im aufstrebenden Gymnastikstützpunkt Schmiden als Ballettmeisterin arbeitete. Dort fand die Trainerin mit Weltruf eine Anstellung als Nachfolgerin von Bundestrainerin Dr. Wieslawa Bratek. Sie übernahm indes zunächst nur deren Aufgaben, nicht aber deren Titel. Erst nachdem Krystyna Georgiew und das Schmidener Trainerteam die Sportlerinnen Dörte Koch, Michaela Ziegler, Sandra Schöck und Magdalena Brzeska - und viele andere mehr - zu nationalen und internationalen Ehren geführt, den Stützpunkt im Schwäbischen zum besten der Republik gemacht hatte, wurde sie vor zwei Jahren zur Bundestrainerin ernannt Der Schwäbische Turnerbund und der TSV Schmiden haben eine hervorragende Trainerin und gute Kollegin, die Rhythmische Sportgymnastik eine ihrer engagiertesten Vertreterinnen verloren. Unsere besondere Anteilnahme gilt ihrem Mann und den beiden Söhnen, die Krystyna Georgiew hinterläßt. Wir werden ihr Andenken in Ehren halten. |
(Förderkreis Rhythmische Sportgymnastik e.V.)
Inhalt* Gymnastinnen* Meldungen* Termine
| letzte Änderung: 12. Februar 2005 | Copyright © 2003 Ulrich M. Mehringer |